Manuka Honig

Mit den Begriffen „gesunde Lebensmittel“ verbinden die meisten Menschen vieles, aber sicher keine süße Leckerei. Und schon gar kein zuckerhaltiges Schmankerl. Dabei gibt es ein zuckerhaltiges Lebensmittel, dessen Nutzen teilweise sowohl bei Ärzten, Heilpraktikern als auch Apothekern als gesund und heilbringend gilt – Manuka Honig.

manuka honig strauch

Manuka Honig ist ein ganz besonderer Honig, dessen Herkunft in Neuseeland liegt. Seine Anwendung beschränkt sich nicht nur darauf, auf einem Brot verteilt zu werden, sondern er wird wie Medizin angewandt. Das uralte Wissen um die gesunde Wirkung von Manuka Honig ist längst im Hier und Heute angekommen, zum Glück. Honig ist nicht gleich Honig aber Manuka Honig ist etwas ganz Wertvolles aus dem Natur-Arzneischrank.

Manuka Honig im Detail

Manuka Honig ist ein wenig dunkler als der europäische Blütenhonig. Das liegt daran, dass Manuka Honig nicht von irgendwelchen Pflanzen stammt, sondern explizit vom Manukastrauch – auch als Südseemyrte bezeichnet. Der Honig schmeckt süß, dennoch unterscheidet er sich geschmacklich vom einheimischen Honig. Die meisten Anwender dieses besonderen Honig werden ihn allerdings eher nicht als Brotaufstrich kaufen, sondern ihm einen Platz im Arzneischrank bereithalten.

Hauptsächlich ein Inhaltsstoff sorgt für die ausgesprochen gute Heilwirkung: Methylglyoxal. Die Abkürzung für den Hauptwirkstoff lautet „MGO“ und dieser Wert beschreibt die antibakterielle Aktivität des Manuka Honig. In Neuseeland selbst wird dieser Wert als „UMF“ bezeichnet. Je höher der MGO-Wert ist, umso wirksamer und hochwertiger ist der Honig. Ein MGO-Wert von 400 benennt einen ausgesprochen guten Manuka-Honig von hoher antibakterieller Aktivität. Die Angabe „UMF“ darf nur dann auf das Honigglas, wenn der Honig auch tatsächlich in Neuseeland abgefüllt wurde.

Der UMF-Wert entspricht folgendem MGO-Wert:

UMF 10 = MGO 100
UMF 15 = MGO 250
UMF 20 = MGO 400
UMF 25 = MGO 550

Obwohl Manuka Honig mit einem MGO-Gehalt von 400 oder gar 550 von absoluter Spitzenqualität ist, hängt es ein wenig vom angedachten Verwendungszweck ab, welcher genutzt wird. Für leichte Beschwerden reicht es absolut aus, Manuka Honig mit dem Wert MGO 100 zu verwenden. Es wäre mit den sprichwörtlichen Kanonen auf Spatzen geschossen, wenn der Heilhonig mit dem höchsten Wert auf einen kleinen Pickel aufgetragen wird. Schaden bringt es natürlich auch keinen, wer also einen hochwertigen Manuka Honig ohnehin im Hause hat, nutzt diesen eben für kleinere Beschwerden.

• Die Geschichte des Manuka Honig

Die Maori – die Ureinwohner Neuseelands – nutzten Samen und Blätter des Manuka-Baumes seit vielen Jahrhunderten. Sie versorgten damit Wunden, behandelten Insektenstiche, therapierten Atemwegserkrankungen, Verdauungsbeschwerden und sonstige Krankheiten. Als im Jahre 1769 der britische Seefahrer James Cook in Neuseeland anlegte, sollte sich die Geschichte der Heilkräuter in mehrfacher Hinsicht wandeln. Die Maori zeigten dem Briten, wie sie mit den Blättern und Samen des Manuka-Strauches Krankheiten und Verletzungen behandelten. Eine ähnliche Erfahrung stand dem Briten noch bevor – als er nämlich im Jahre 1770 in Australien anlegte, wurde er in die Geheimnisse des Teebaums eingeweiht. Auch von dieser Pflanze profitieren heute unzählige Menschen.

Doch bevor Manuka Honig die medizinische Traditionen revolutionierte, dauerte es bis zum 19. Jahrhundert. Erst zu dieser Zeit wurden Bienen nach Neuseeland gebracht. Die Insekten flogen zwar rege den Manuka Strauch an, doch die mittlerweile ebenfalls nach Neuseeland ausgewanderten Europäer hielten weder etwas vom Manuka-Strauch noch von dem Honig. Sie gingen davon aus, dass sich die Bienen anderen Gewächsen zuwenden würden, gäbe es keine Manuka-Sträucher. In der Folge versuchten sie, den Strauch auszurotten, indem sie ihn verbrannten. Die Honigreste bekamen die Kühe. In den 1930er Jahren stellten sie fest, dass einige der Kühe gesünder und irgendwie widerstandsfähiger waren. Sie gaben deutlich mehr Milch und zeigten Vitalität. Es waren genau die Tiere, an die die Reste des Manuka-Honigs verfüttert wurde. Das änderte natürlich alles. Keine Rede mehr von Minderwertigkeit und spätestens, als der Biochemiker Prof. Dr. Peter Molan nachweisen konnte, dass im Manuka Honig Substanzen stecken, die sowohl gegen Keime, Viren und Pilze wirken, war der Honig etabliert. Bis heute wird er nicht nur in Neuseeland in vielen Arztpraxen und von Heilpraktikern erfolgreich gegen diverse Beschwerden eingesetzt, sondern er gilt weltweit als Heilbringer.

Der Manuka-Strauch

Der Manuka-Strauch gehört zur Familie der Teebaumfamilie (Myrtengewächse). In Neuseeland und dem südöstlichen Australien ist die strauch- oder baumförmige Pflanze zuhause. Bis zu vier Meter hoch kann die rot bis weiß blühende Pflanze werden. Es ist ein äußerst robustes Gewächs, ihre einzige Bedingung an die Natur ist ein feuchter Boden.

Die Herstellung des Manuka Honig

Den größten Anteil der Herstellung wird von den Bienen erledigt. Eine auf den Manuka-Strauch spezialisierte Art fliegt die Blüten des Strauches an und saugt mit ihrem Rüssel den Nektar aus der Blüte. Zurück im Bienenstock geht es wie in allen Bienenstöcken weiter. Stockbienen verarbeiten den „eingeflogenen“ Nektar, sie reichern ihn unter anderem mit Enzymen an und lagern ihn zur Reife in den Waben ein.

Die Bienen überziehen die Waben mit einer Schutzschicht, wenn der Wassergehalt des Honigs auf etwa 18 – 20 Prozent gesunken ist. Diese Schutzschicht wird im Fachjargon als „Verdeckeln“ bezeichnet und sie besagt, dass der Honig erntereif ist. Der Imker kann also die Waben entnehmen, wobei ein verantwortungsbewusster Imker nie alles entnimmt, da sich die Bienen von ihrem Honig ebenfalls ernähren.

Nach der Entnahme der Waben entfernt der Imker die Schutzschicht und gibt mehrere Waben in eine sogenannte „Honigschleuder“. Vereinfacht gesagt, handelt es sich dabei um eine Konstruktion, bei der die Waben in einer bestimmten Anordnung senkrecht in speziellen Rahmen auf einem Drehteller stehen. Die Waben werden entweder elektrisch oder per Hand schnell gedreht – ergo geschleudert. Durch die Fliehkräfte wird der Honig aus den Waben herausgeschleudert und läuft nach unten, wo er über einen Ausguss zur Weiterverarbeitung in einen anderen Behälter läuft. Die Honigschleuder ist des Imkers wichtigstes Arbeitsgerät und sie wird weltweit zur Honiggewinnung eingesetzt.

Inhaltsstoffe und Wirkstoffe des neuseeländischen Honigs

Insbesondere die ätherischen Öle und die sekundären Pflanzenstoffe sorgen für das große Wirkspektrum des Manuka Honig. Als wichtigster Inhaltsstoff wird das Zuckerabbauprodukt Methylglyoxal bezeichnet. Im Jahre 2006 gelang es dem Lebensmittelchemiker Prof. Thomas Henle und seinem Team an der TU Dresden, die Wirksamkeit im Reagenzglas nachzuweisen. Zudem zeigte sich bei diesen intensiven Forschungen, dass diese heilbringende Substanz offenbar hitzebeständig ist, was natürlich bei der Verwendung des Honigs im Tee ein elementares Kriterium ist. Diese antimikrobielle Wirkung wurde weiter erforscht und im Moment ist sich die Wissenschaft darüber einig, dass Manuka Honig bei akuten Wunden und Entzündungen eine erstaunliche Heilwirkung hat. Erfahrungsberichte lassen darauf schließen, dass der Einsatz bei chronischen Wunden äußerst wirksam ist – allerdings fehlen in diesem Bereich noch aussagekräftige Studienergebnisse, obwohl viele Ärzte auf den Einsatz des Honigs setzen. Bei einigen Patienten des Städtischen Klinikums Dessau wurde der medizinische Honig auf chronische Wunden aufgetragen und so konnte auf die Gabe von Antibiotika verzichtet werden.

Wirkung und Eigenschaften

Manuka Honig kann sowohl äußerlich als auch innerlich angewandt werden. Gerade bei entzündlichen Prozessen kommen die antibakteriellen Eigenschaften des Honigs zum Tragen. Manuka Honig hindert Bakterien daran, sich weiter zu vermehren und tötet vorhandene Bakterien effektiv ab. Diese positiven Eigenschaften zeigen bei diversen Hauterkrankungen wie Akne und Pickelbildung und bei Wunden Wirkung. Wird eine Wunde mit Manuka Honig bestrichen und mit einer Mullbinde abgedeckt, setzt der Heilungsprozess überraschend schnell ein.
Auch in sensiblen Bereichen wie der Mundhöhle verhilft Manuka Honig zu einer Linderung. Bei Zahnfleischentzündungen wird die pure Einnahme des Honigs angeraten, damit sich die bakterielle Wirkung voll entfalten kann.

manuka honig flüssig

Innerlich ist Manuka Honig bei sämtlichen Beschwerden angezeigt, die von keimen ausgehen können. Magen-Darm-Probleme lassen sich mit Manuka Honig oft lindern – vorausgesetzt, es liegt keine ernste Erkrankung vor. Die Wirkung des Naturheilmittels ergibt sich aus dem angesprochenen Gehalt von MGO.

Auf einen Blick

Name: Manuka-Honig, Honig des Manuka-Strauches, auch als Neuseeland- oder Südseemyrte bekannt.
Vorkommen / Standort: Neuseeland und das südöstliche Australien
Bekannte Wirkstoffe / Inhaltsstoffe: Methylglyoxal, ätherische Öle, Flavonoide, Enzyme
Heilwirkung: entzündungshemmend, keimtötend, antiviral, pilzhemmend
Anwendung: innerlich und äußerlich bei allen entzündlichen Prozessen
Darreichungsformen: Honig

An einer Wirkung wird aktuell mehr denn je geforscht: Manuka Honig zeigt bei Erregern, die schwere Magen-Darm-Erkrankungen auslösen können, beeindruckende Erfolge. So wird der besondere Honig gegen Helicobacter pylori oder den gefürchteten Escherichia coli eingesetzt.

Häufig wird Antibiotika im Kampf gegen diese Erreger eingesetzt, doch die Problematik resultiert aus der Wirkweise im Dickdarm: Antibiotika wirkt gegen alle Bakterien – gute und schlechte. Das wiederum schwächt das Immunsystem. Aus diesem Grund ist das Vorkommen von Manuka Honig ein medizinischer Glücksfall, ähnlich dem Teebaumöl. Auch Teebaumöl ist quasi als „kleinste Apotheke der Welt berühmt geworden und machte durch zahlreiche ausgezeichnete Studienergebnisse auf sich aufmerksam.

Nicht zuletzt finden sich zum Teebaumöl zahlreiche beeindruckende Erfahrungsberichte, hauptsächlich bei äußeren Beschwerde. Kein Wunder – ist doch der Manuka Strauch mit dem Teebaum eng verwandt. Und sowohl die Ureinwohner Australiens (Aborigines) als auch die Ureinwohner Neuseelands (Maori) nutzen seit Urzeiten die Heilkräfte der dort beheimateten Pflanzen. Und wer brachte beide Pflanzen zur näheren Untersuchung nach Europa? Richtig, der britische Seefahrer James Cook und sein Team.

Quellen / Studien

http://www.hr-online.de/website/fernsehen/sendungen/index.jsp?rubrik=94398&key=standard_document_55172463

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25253413
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24880005

Anwendungsgebiete / Verwendung

Geht es um Beschwerden, die mit Keimen zu tun haben, können mit Manuka Honig ausgezeichnete Wirkungen festgestellt werden. Bakterien, Viren und Pilze zeigen eine deutliche Abneigung gegen die Wirkstoffe im Manuka Honig – genau das macht die Therapie in den meisten Fällen erfolgreich. Dabei erstrecken sich die Anwendungsgebiete sowohl auf die äußerliche als auch auf die innerliche Anwendung.

• Entzündungen der Haut

Eine Wundauflage mit Manuka Honig eliminiert krankmachende Keime und regt die Zellstruktur der Haut zu neuem Wachstum an.

• Akne, Pickel und Pustel

Ursächlich für Hautunreinheiten sind Bakterien, die mit den Wirkstoffen des Manuka Honigs bekämpft werden können.

• Wunden

Wie schnell ist es passiert, dass die Haut verletzt wird. Mit dem Honig aus Neuseeland wird eine rasche Wundheilung angestrebt.

• Verbrennungen

Leichte Verbrennung können mit Manuka Honig gut behandelt werden. Allerdings ist mit Verbrennungen nicht zu spaßen und im Zweifel sollte man bei einer akuten Verbrennung lieber einmal zu oft zum Arzt als einmal zu wenig.

• Gelenkerkrankungen

Arthrose oder Arthritis sind schwere Erkrankungen, die von großen Schmerzen begleitet werden. Laut Anwendungsberichten kann das Einmassieren von Manuka Honig die Schmerzen erleichtern.

• Lippenherpes

Da die Wirkstoffe im Manuka Honig gegen Viren aktiv werden, eignet sich der süße Honig auch als Mittel im Kampf gegen die lästigen Lippen-Herpes-Viren.

• Fußpilz

Die keimtötenden Eigenschaften des Manuka Honig schließen Pilze mit ein. Deswegen kann Fuß- oder Hautpilz gut mit dem Honig behandelt werden.

• Magen-Darm-Erkrankungen

Im Labor zeigte sich, dass selbst das Bakterium abgetötet wird, das für Magengeschwüre verantwortlich ist. Deswegen eignet sich Manuka Honig vorzüglich für innerliche Beschwerden.

Darreichungsformen

Auch wenn die Bezeichnung „Manuka Honig“ darauf schließen lässt, dass Honig die einzige Darreichungsform ist – weit gefehlt. Das Naturheilmittel gibt es als Zusatz in Sprays, in Cremes, in Salben, in Lösung, als Öl, als Lippenstift, Lutschtabletten und als Multipräparat in Verbindung mit Propolis oder Aloe Vera. Wer verschiedene Darreichungsformen in seinem Medizinschrank zu Hause stehen hat, ist für alle Fälle bestens gewappnet. Gelagert werden sollte Manuka Honig – egal in welcher Form – dunkel und kühl.

Dosierung

Wird Manuka Honig als Wundauflage angewandt, sollte diese mehrmals täglich erneuert werden – am besten nach Absprache mit dem behandelnden Arzt, falls es sich um eine größere Wunde handelt. Obwohl Manuka Honig keinerlei Nebenwirkungen hervorruft, reichen oft wenige Tropfen, je nach Beschwerdebild. Bis zu 100 Gramm Manuka Honig können innerlich eingenommen werden, im Tee oder auf dem Brot. Äußerlich werden entweder einzelne Stellen betupft oder mit einer Creme behandelt, die den Honig enthält.

Nebenwirkungen / Erfahrungen

Bisher sind keine Nebenwirkungen beim Gebrauch von Manuka Honig bekannt. Da es sich allerdings um ein reines Naturprodukt handelt, können allergische Reaktionen nicht ausgeschlossen werden. Bei der äußerlichen Anwendung empfiehlt sich ein kleiner Test an einer gesunden Hautstelle. Zeigen sich in den nächsten Stunden keine Reaktionen, kann der Honig angewandt werden.

Da auch dieser besondere Honig aus Zuckerstoffen besteht, darf er von Diabetikern nicht eingenommen werden.

Ein Blick auf die Erfahrungswerte von Nutzern zeigt die positive Resonanz auf den Honig aus Neuseeland, nahezu sämtliche Anwendungsgebiete des heimischen Medizinschrankes werden abgedeckt und die Begeisterung scheint hierzulande angekommen zu sein.

Manuka Honig kaufen

Manuka Honig ist in Apotheken, im Reformhaus, direkt beim Naturheilpraktiker und natürlich im Internet erhältlich. Dabei ist der MGO-Wert ein aussagekräftiger Wert, je höher, desto stärker der antibakterielle Nutzen – allerdings dann auch umso teurer. Der Kauf im Internet bietet im Vergleich zum regionalen Kauf den Vorteil, dass Erfahrungswerte anderer Käufer helfen, eine Entscheidung zu treffen. Wichtig im Zusammenhang mit dem MGO-Wert ist noch die Erwähnung, dass ein niedriger Wert für kleine Hauterkrankungen absolut ausreichend ist, auch wenn viele Anwender lieber gleich direkt zu dem Manuka Honig mit dem höchsten Wert greifen.

Bilder: Cristel Veefkind CC BY-NC-ND 2.0Tomaž Štolfa CC BY-NC 2.0