Schafgarbe – Achillea millefolium

Die Schafgarbe mit dem botanischen Namen „Achillea millefolium“ ist eine alte Heil- und Kulturpflanze und zählt zur Familie der Korbblütler. Die robuste, mehrjährige Krautpflanze ist eine enge Verwandte der Kamille. Ihren Lebensraum hat die Pflanze in den subtropischen bis gemäßigten Zonen Europas, Asiens, teilweise Nordafrika und Amerika. Selbst am Polarkreis und in den Höhenlagen der Alpen kann man das Kraut hier und da entdecken.

Ihr botanischer Name Name „Achillea“ geht einer Legende nach auf den griechischen Helden Achilles zurück, der soll nämlich seine blutenden Wunden mit der Schafgarbe versorgt haben. Bis zum heutigen Tag wird die Schafgarbe in der Naturheilkunde eingesetzt und teilweise wurde die erstaunliche Wirkung bei diversen Beschwerden sogar wissenschaftlich bestätigt, dazu später mehr.

Schafgarbe im Detail

schafgarbe achillea millefolium

Es gibt zahlreiche Unterarten dieser Pflanzengattung. Geht es um die Heilwirkung, ist meist von der „Gemeinen Schafgarbe“ die Rede. Diese stammt aus den gemäßigten Klimazonen der Nordhalbkugel. Diese Unterart der Achillea gedeiht zudem in vielen Gärten, da sie nicht nur wegen ihrer Heilwirkung begehrt ist, sondern mit einer prachtvollen Optik punktet. Die bekanntesten Vertreter der Schafgarbe sind hierzulande die Gelb-, Weiß-, Wiesen- und Rotschafgarbe.

• Die Geschichte der Schafgarbe

Nicht nur Achilles versorgte seine Kampfwunden mit der Achillea, um die Blutung zu stillen, auch seine Soldaten bekamen die Heilpflanze zur medizinischen Versorgung. Im Mittelalter setzte sich der Siegeszug der Krautpflanze fort, so schrieb Hildegard von Bingen in ihrer berühmten „Physica“ davon, dass die Schafgarbe „der Wunde den Eiter nimmt und sie heilen lässt“.

Die genaue Geschichte des Krautes ist nicht genau belegt. In der Antike wurde die Pflanze hauptsächlich als Heil-, Frauen- und Orakelpflanze genutzt. „Eiserne Schwerter“, die für blutende Wunden sorgten, sollten nach dem Rat der einstigen Heilkundiger mit Schafgarbe behandelt werden. Später wurden Pflanzenteile auch bei sogenannten „Frauenleiden“ verordnet. Daraus lässt sich schließen, dass im Mittelalter die krampflösende und beruhigende Wirkung bei innerer Anwendung der Achillea entdeckt wurde.

• Merkmale

Die Pflanze ist extrem anpassungsfähig und ihr aromatischer Duft zieht Bienen nahezu magisch an. Gartenfreunde lieben die Stauden aufgrund der wunderschönen Blütenform, die alle Unterarten der Achillea eint: Unzählige, winzige Einzelblüten bilden die Dolden, die den ganzen Sommer über in prächtiger Farbenvielfalt den Garten verschönern. Je nach Art erreichen die Wuchshöhen zwischen 10 und 150 Zentimeter.

• Anbau und Pflege

Schafgarben werden über Aussaat oder Teilung vermehrt. Sie fühlt sich feuchter, gut durchlässiger Erde wohl und schätzt es, an einem sonnigen Plätzchen zu gedeihen. Aufgrund ihrer Anpassungsfähigkeit übersteht sie auch Trockenzeiten, sofern diese nicht zu lange andauern. Wer eine der farbenprächtigen Pflanzen sein eigen nennt, gießt diese in den Sommermonaten nur moderat und vor allem am Morgen beziehungsweise am Abend. Bei hoher Sonneneinstrahlung kann es sonst an den Blüten und Blättern zu Verbrennungen kommen.

In freier Natur ist das Kraut auf Weiden (Schafweiden), Wiesen, am Wegesrand – aber auch gerne mal auf Schutthalden anzutreffen.

• Die Artenvielfalt der Schafgarbe

schafgarbe in der blüte
die Garbe in voller Blütenpracht

Im deutschsprachigen Raum finden sich häufig Vertreter der Rotschafgarbe, abgesehen von alpinen Regionen. Hier siedelten sich rosa- und lilafarbene Vertreter an. Im südlichen Europa kommt die Gelbschafgarbe besonders häufig vor, während in Italien die weiße Schafgarbe häufig anzutreffen ist. Allen gemein ist die Anpassungsfähigkeit an die vorhandenen Bedingungen der Natur und die krautige Form. Die für Laien nur schwer zu unterscheidenden Merkmale der Unterarten spielen in der Botanik eine Rolle, nicht jedoch bei der Heilwirkung.

Verwechslungsgefahr

Nur erfahrene Pflanzenkenner sollten sich aufmachen, um die Krautpflanze selbst in freier Natur zu sammeln, denn sie hat zwei Doppelgänger, die als giftig eingestuft werden: Der Riesenbärenklau und der gefleckte Schierling. Beide sehen der Schafgarbe eine gewisse Zeit während des Wachstums zum Verwechseln ähnlich.

Auf einen Blick

Name: Schafgarbe, auch als „gemeine Schafgarbe“ bezeichnet. Botanischer Name „Achillea millefolium“.
Vorkommen / Standort: Nordhalbkugel, sonnige Lagen, auch in alpinen Regionen.
Bekannte Wirkstoffe / Inhaltsstoffe: Flavonoide, Kampfer, Proazulene, Kaffeesäurederivate
Heilwirkung: Beruhigend, entzündungshemmend, blutstillend
Anwendung: Wunden, Entzündungen der Atemwege, Blasenleiden, Wechseljahresbeschwerden, Koliken.
Darreichungsformen: Tee, Salbe, Pulver, Kapsel, Blätter, Frischsaft.

Inhaltsstoffe und Wirkstoffe

Mittlerweile wurden um die 80 für die Heilwirkung verantwortliche Substanzen wissenschaftlich erkannt. Dazu zählen unter anderem etwa Proazulene (Matricin, Achillin, Achillicin), Kampfer, Flavonoide oder Kaffeesäurederivate. Die meisten der wertvollen Inhaltsstoffen stecken in dem ätherischen Öl der Pflanze, welches per Wasserdampfdestillation gewonnen wird.

Wirkung und Eigenschaften

Die Wirkung der Heilpflanze ist belegt – allerdings handelt es sich um ein sanftes Naturheilmittel, sollte also nur bei Beschwerden verwendet werden, die definitiv selbst behandelbar sind. Die blutstillende Wirkung beispielsweise ist zwar phänomenal, aber eine tiefe Wunde muss natürlich immer ärztlich versorgt werden.

Ihre Wirkung reduziert sich nicht nur auf die äußere Anwendung, etwa bei Akne oder bei juckenden Hautausschlägen, sondern setzt sich bei der inneren Anwendung fort. So gilt Schafgarbe als traditionell mildes Mittel bei Menstruationsbeschwerden, bei Wechseljahresbeschwerden beziehungsweise bei krampfenden Beschwerden wie einer Gallenkolik oder starken Blähungen.

Besonders der entzündungshemmenden Eigenschaft der Heilpflanze werden ausgesprochen gute Eigenschaften zugeschrieben, was jedem Beschwerdebild zugute kommt, welches von Bakterien verursacht wird. Darunter fallen Erkrankungen wie eine Erkältung, Zahnfleischentzündung oder ein sich bildender Abszess.

Bei ausgeprägten Symptomen, bei starken Schmerzen oder bei einer unklaren Diagnose darf Schafgarbe natürlich nur in Absprache mit einem Arzt eingesetzt werden. Das Heilkraut ersetzt keinesfalls notwendige therapeutische, medizinische Maßnahmen.

Quellen / Studien

http://othes.univie.ac.at/930/
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26437391
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16872141

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/10410963
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22881142

Einen weiteren interessanten Artikel zum Thema findet ihr bei:
http://claudiatrummer.com/7-wildkraeuter-die-du-kennen-musst-teil-6-die-schafgarbe/

Darreichungsformen

Für die innere Anwendung eignen sich Teezubereitungen oder Kapseln mit den Wirkstoffen der Schafgarbe. Die Kapseln enthalten meist zwischen 350 und 400 mg Trockenextrakt aus den Blättern der Schafgarbe.

Besonders hohe Wirksamkeit wird Frischsaft aus Schafgarbe zugesprochen, was aus der hohen Konzentration der Pflanzenbestandteile in dem Saft resultiert. Weiter werden Konzentrationen aus Schafgarbe in Form von Öl, Salbe, Sirup oder als Pulver angeboten.

Dosierung

Die Dosierung richtet sich einerseits nach der verwendeten Darreichungsform, andererseits nach dem Beschwerdebild. So wird etwa bei einer Erkältung Tee angeraten, (drei bis vier Tassen täglich) mit jeweils zwischen 2 und 4 g getrocknetem Schafgarbenkraut.

Bei den Kapseln beträgt die tägliche Verzehrmenge rund 1,2 g des Extraktes und beim Frischsaft werden pro Tag rund 15 ml empfohlen. Schwangere und Stillende sollten sich bei ihrem Arzt über die korrekte Dosierung informieren, da es hier keine allgemeingültigen Aussagen geben kann.

Nebenwirkungen / Erfahrungen

Ein Blick auf Erfahrungswerte zeigt, dass es – abgesehen bei Allergien gegen Korbblütler – keine Nebenwirkungen gibt. Schafgarbe ist ein traditionelles Heilmittel, welches zwar Reaktionen hervorrufen kann, doch diese sind dann auf eine allergische Reaktion zurückzuführen und nicht auf die generellen Eigenschaften des Produktes.

Schafgarbe kaufen

Schafgarbe ist wie oben beschrieben, in verschiedenen Darreichungsformen erhältlich. Ob als Creme. Kapsel, Pulver oder Tee – der Kauf fertiger Produkte ist bei der Schafgarbe sinnvoll, da ansonsten für unerfahrene Sammler die Gefahr einer Verwechslung mit zwei toxischen Doppelgängern besteht.