Flohsamen gegen Reizdarm

Immer mehr Menschen leiden unter Verdauungsbeschwerden wie etwa andauernde Bauchschmerzen, Verstopfung oder Durchfall. Das ist nicht nur unangenehm, sondern stellt auch eine starke Beeinträchtigung dar. Die Auslöser können vielfältig sein. Getreide, Milchprodukte, Alkohol, aber auch psychische Belastungen wie etwa Angst oder Stress können dabei eine Rolle spielen. Auch die Hormone spielen manchmal verrückt. So klagen besonders während der Menstruation viele Frauen über eine Zunahme ihrer Beschwerden. Ein Besuch beim Arzt birgt oft nur eine unbefriedigende Sachlage, der Mediziner erstellt eine Anamnese, um hinter die Ursache der Beschwerden zu kommen. Gefunden wird oft nichts, die Beschwerden dauern an.

Was ist ein Reizdarm Syndrom?

flohsamen gegen reizdarm

Unter einem „Syndrom“ versteht man ein Aufeinandertreffen unterschiedlicher Symptome. Bei einem Reizdarmsyndrom sind es somit funktionelle Darmerkrankungen, die sich unterschiedlich äußern. Wissenschaftler sind sich noch nicht so ganz einig, wie ein Reizdarmsyndrom entsteht. Eine Theorie besagt, dass der Dünndarm mit Bakterien fehlbesiedelt ist, was einerseits die Darmmuskulatur (Peristaltik) und andererseits die Verdauungsgeschwindigkeit beeinflussen könnte.

Andere Forscher gehen davon aus, dass der Darm auf verschiedene Stoffe reagiert, so könnte eine Empfindlichkeit gegenüber Gluten eine Rolle spielen. Offensichtlich reagiert manchmal der Darm auf die Gabe von Antibiotika mit einem Reizdarmsyndrom, das lässt sich durch die Abtötung der Bakterien durch das Medikament recht einfach erklären.

Dauern die Beschwerden wie Durchfall, Blähungen, Bauchschmerzen oder Verstopfung mehr als zwölf Wochen an und wird kein konkreter Grund dafür gefunden, spricht der Mediziner von einem Reizdarmsyndrom. Eine gesicherte Diagnose lässt sich nur per Ausschlussverfahren stellen. Dazu gehört auch eine Darmspiegelung (Koloskopie), um ganz sicher zu sein, dass ein organischer Hintergrund auszuschließen ist.

Bis zu 20 Prozent der Bevölkerung leiden unter dieser Krankheit, von der Frauen fast doppelt so häufig betroffen sind wie Männer. Hilfe kann ein altes natürliches Hausmittel – und zwar Flohsamen und Flohsamenschalen – bringen.

Flohsamen und Flohsamenschalen als natürliche Behandlung

Schon Hildegard von Bingen (Wikipedia Artikel) empfahl im 12. Jahrhundert die Einnahme von Flohsamen bei Darmbeschwerden – sei es nun bei Blähungen, Verstopfung oder Durchfall. Zum Einsatz kommen die Samen sowie die Samenschalen der Heilpflanze. Sie weisen einen hohen Ballaststoffgehalt mit starker Quellfähigkeit auf, sind nahezu geschmacklos und können in Suppen, im Müsli und auch in Getränken verabreicht werden. Zusätzlich zu ihrer positiven Wirkung auf unseren Darm verleihen sie ein Sättigungsgefühl, was optimal ist, wenn man ein paar Kilos zu viel hat. Allerdings müssen sie mit reichlich Flüssigkeit verzehrt werden, sonst wird der positive Effekt schnell ins Gegenteil verkehrt. Mindestens die 4-5fache Menge an Wasser im Verhältnis zu den Flohsamen ist optimal.

Wirkung

Flohsamen wirken, indem sie mehr als das 50-fache ihres Gewichtes an Wasser binden können. Dadurch erzeugen sie im Darm ein immenses Volumen, was diesen dazu veranlasst, sich zu bewegen. Die Darmmuskulatur wird angeregt, was gerade beim Reizdarmsyndrom oft eine Wohltat ist, scheint sich der Darm gefühlt oft gar nicht mehr zu bewegen. Durch die in Flohsamen enthaltenen Schleimstoffe gleitet der Darminhalt leicht und sanft durch den Darm und nimmt auf diesem Weg auch angetrocknete Kotreste oder fehlbesiedelte Bakterienstämme aus den Darmfalten mit – vereinfacht gesagt. Bei Darmverstopfung weichen Flohsamen den Stuhl auf und machen ihn geschmeidig. Die Darmentleerung wird so vereinfacht und das ungesunde „Pressen“ entfällt.

Durch die Wasserbindung und Gleitfähigkeit der Flohsamen ergeben sich noch weitere Vorteile, denn gerade bei Durchfall wird der Darminhalt verfestigt und formbar gemacht. Gerade bei unspezifischen Darmerkrankungen sind Flohsamen ein ideales Naturheilmittel. Anders als viele Heilmittel aus der Natur wirken Flohsamen nahezu sofort, allerdings sollte bei Beschwerden vorab immer zuerst ein Arzt aufgesucht werden. Immerhin könnte sich das Beschwerdebild aufgrund einer ernsteren Erkrankung so zeigen und dann wäre ein „Selbstheilungsversuch“ eher schädlich als nützlich. Doch wenn der behandelnde Arzt von einem Reizdarmsyndrom ausgeht, können sich die Beschwerden mit Flohsamen definitiv verbessern – sofern sie mit ausreichend Flüssigkeit eingenommen werden.

Dosierung

Die Dosierung der Flohsamenschale erfolgt individuell, muss also vom Patienten selbst ausprobiert werden, sofern der Arzt nicht eine spezielle Dosierung angegeben hat. Jeder Körper reagiert individuell auf Flohsamen, dem einen reichen bereits 5 Gramm, während andere erst auf 15 Gramm ansprechen.
So werden bei Durchfall in den meisten Fällen zweimal täglich ein bis zwei Teelöffel Flohsamen oder Flohsamenschalen in ein Glas mit Wasser gegeben, umgerührt und vor den Mahlzeiten getrunken. Will man einer Verstopfung entgegenwirken, sollte die gleiche Menge einige Minuten quellen, bevor sie eingenommen wird. Zusätzlich ein bis zwei Gläser Wasser nachtrinken.
Die Dosierung von ganzen Samen unterscheidet sich zu den Schalen. Flohsamenschalen haben eine deutlich höhere Quellkraft, deswegen werden von den Schalen höchstens 20 Gramm als Tagesration empfohlen, während ganze Samen bis zu 40 Gramm pro Tag verzehrt werden können.

Flohsamen Erfahrungen bei Reizdarm

Flohsamen beziehungsweise dessen Schalen werden recht gerne von Gastroenterologen empfohlen. Die Erfahrungen der User in diversen Foren zeigen die Wirksamkeit, die auch von diversen Studien belegt ist. So untersuchte beispielsweise René Bijkerk von der Universität Utrecht 275 Patienten, die am Reizdarmsyndrom litten. Eine Gruppe der Patienten bekam Flohsamen, eine andere Kleie, und die dritte Gruppe wurde mit Placebos versorgt. Das erstaunliche Ergebnis: 57 Prozent der „Flohsamen-Patienten“ sprachen bereits nach einer vierwöchigen Einnahme von einer deutlichen Verbesserung der Beschwerden. 35 Prozent reagierten auf das Placebo und 40 Prozent erlebten eine Verbesserung des Syndroms durch Kleie. Auch am Ende der Studie hatten Flohsamen die Nase deutlich vorne, obwohl Kleie ähnliche Ergebnisse lieferte. Allerdings beendeten nur 56 Prozent der Kleie-Teilnehmer die Studie, einfach, weil ihnen Kleie nicht so gut schmeckte oder bekam.

Quelle: http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/37885/Ballaststoffe-lindern-Reizdarmsyndrom

Bildquelle: https://www.flickr.com/photos/internetarchivebookimages/

Die Seite benutzt Cookies um die Nutzerfreundlichkeit zu verbessen. Durch Deinen Besuch stimmst Du dem zu.

Du findest mein Beitrag gut? Dann teile ihn jetzt :)